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Opfer und Medienstar: Der Fall Olivia Pilhar

16.01.2010 | 18:33 |   (Die Presse)

Die Flucht einer Familie vor der Krebsbehandlung ihrer Tochter machte »Wunderheiler« Ryke Geerd Hamer bekannt.

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Sie war das Medienereignis des Sommers 1995: die Flucht der Familie Pilhar mit ihrer krebskranken Tochter Olivia vor der Chemotherapie. Mehrere Wochen dominierte das Schicksal des sechsjährigen Mädchens die Schlagzeilen. Und mit Olivia wurde auch jener Mann einem breiten Publikum bekannt, der fast die Rettung des Mädchens verhindert hätte: Ryke Geerd Hamer – der „Wunderheiler“, dem bereits 1986 die Approbation entzogen worden war.

Es ist der 17. Mai 1995, als Olivia wegen Bauchschmerzen erstmals untersucht wird, einen Tag später die Diagnose: bösartiger Nierentumor. Als die Eltern Hamer in Köln aufsuchen, rät er ihnen dazu, die Tochter nicht schulmedizinisch behandeln zu lassen. Ein Rat, dem die Pilhars folgen wollen. In weiterer Folge kommt es zwischen der Familie und den österreichischen Behörden zum Konflikt – bald ist die Rede vom Entzug des Sorgerechts und einer Behandlung des Mädchens auch gegen den Willen der Eltern. Schließlich beschließen die Pilhars, vor den österreichischen Behörden zu flüchten, die ihnen das Sorgerecht entziehen. Sieben Wochen lang ist die Familie unterwegs; durch Deutschland und die Schweiz führte sie ihr Weg, bis sie schließlich bei Hamer im spanischen Malaga landet. Ihnen auf den Fersen: die Medien, die den Weg der Pilhars mitverfolgen, die Fotos der kranken Olivia gehen um die Welt. Und Hamer bekommt immer wieder die Gelegenheit, seine Thesen in Interviews zu verbreiten.


Therapie und Genesung. Der Zustand des Mädchens wird zusehends schlechter, der Tumor hat bereits die Größe eines Fußballs, als sich die Eltern schließlich widerstrebend überreden lassen, nach Wien zurückzukehren.In Österreich angekommen, dauert es nicht lange, bis das Kind therapiert wird – schulmedizinisch, mit Operation und Chemotherapie. Eine Behandlung, die anschlägt – heute gilt Olivia als geheilt. Doch Olivias Eltern sind noch heute nicht davon überzeugt, dass ihre Tochter durch die Schulmedizin gerettet wurde – das Mädchen hätte sich schon längst in der Heilungsphase befunden. Eine Ansicht, mit der sie vor Gericht abgeblitzt sind: Wegen fahrlässiger Körperverletzung und Entziehung einer Minderjährigen aus der Macht des Erziehungsberechtigten wurden sie 1996 zu je acht Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt.

Und Hamer? Er wurde mehrmals verurteilt, saß in Deutschland zwölf Monate im Gefängnis und büßte in Frankreich rund die Hälfte einer dreijährigen Haftstrafe ab. Nicht allerdings wegen Olivia – sondern wegen mehrerer anderer Fälle, bei denen von ihm behandelte Patienten gestorben waren. Hamer wird für den Tod von hunderten Menschen verantwortlich gemacht. Auch in Österreich besteht ein Haftbefehl gegen ihn. Olivias Eltern halten immer noch zu ihm.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.01.2010)

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7 Kommentare
Gast: mamamia
18.08.2010 17:32
0 0

Ich hatte schon vorher von Dr. Hamer erfahren

von meinem behandelden Arzt, der mir Ende der 80er
Dr Hamers Buch empfahl.
Schätze mal, das Wissen um seine Entdeckung hat mich und meine Familie vor großem Leid bewahrt.
Danke Dr.Hamer!

Gast: Stefan54
08.02.2010 19:40
0 0

Überlebt

Dank Dr. Hamers Erkenntnissen und Ausführungen habe ich durch einen Todesangstkonflikt eine starke Zunahme der Alveolen (Lungenbläschen). Dauernder trockener Husten war die Folge. Diagnose kleinzelliges Lungenkarzinom.
Chemobehandlung abgelehnt, Schamane aufgesucht um Konflikt zu lösen.
Heute bei bester Gesundheit ohne erkennbare diagnostische Symptome.

Gast: R.Greiler
18.01.2010 21:03
0 0

warum werden alle meine posts zensuriert?

man darf also Hamer nicht unterstützen, die Menschen soll nicht erfahren, daß er ein kluger Oberarzt ist, der 5 neue Naturgesetze gefunden hat und daß die heute Schulmedizin es verweigert, ihr Wissen zu erweitern, denn dann müßten sie zugeben, im Unrecht zu sein??
Was hat sich geändert seit der Verbrennung von Giordano Bruno?
NICHTS.

Antworten Gast: noname
16.06.2010 20:23
0 0

Es hat sich nichts geändert

... weil nicht sein kann, was nicht sein darf.

Habe gerade das Buch durchgelesen:
"OLIVIA - Tagebuch eines Schicksals"
ISBN: 3-926755-08-3

Leider kann ich mich nicht öffentlich deklarieren, da ich selbst Mediziner
bin - und die Neue Medizin
(jetzt heißt sie übrigens METAMEDIZIN)
immer noch (mehr denn je) unterdrückt wird.

ABER:
Es ist ein Umdenken im gange ...
die Komplementärmedizin gewinnt an
Boden - wie es auch dem Zeitgeist entspricht ...
und das ist gut so.

So kann endlich wieder mehr das
HEILEN in den Vordergrund gelangen.
Und der MENSCH!

In 10-20 Jahren wird hoffentlich
alles anders sein.

Dann können die Menschen über die
schrecklichen Auswüchse des
medizinisch-pharmazeutischen Kartells
der Jahre 1930 bis 2020 hoffentlich
nur noch den Kopf schütteln, müssen
aber nicht mehr grausam (wissentlich!)
zu Tode therapiert werden.

MfG

Birgit 68
17.01.2010 14:49
0 0

Es ist ein Wunder,

dass die Chemo überhaupt noch anschlagen konnte, wo Olivias Eltern doch so dagegen gewettert hatten, und Olivia aufgrund dessen panische Angst davor gehabt haben muss!
Wenn man bedenkt, dass es Leute gibt, die bei völlig grundlosen Panikattacken an Herzstillstand sterben! Aber vermutlich hatte die Medizin auch hier ihre Mittelchen dagegen.

Das Risiko, das die Ärzte dabei eingegangen sind, war schon, ganz abgesehen davon, dass man auch mit einer Chemotherapie keine Heilung versprechen kann, ziemlich groß.

Aus Geldmangel werden die meisten Chemotherapien derzeit nicht so individuell an den Krebs angepasst, wie sie es nach dem derzeitigen Stand der Technik werden könnten, und daher mehr oder weniger aufs Geratewohl gegeben.
Ich finde, Olivia hat großes Glück gehabt, dass die Ärzte im Medienrummel um sie die Chance sahen, die breite Öffentlichkeit von der Wirksamkeit einer Chemotherapie zu überzeugen, sich daher besonders eingesetzt haben, und die teuren Tests sich lohnen sahen.
Gerade im Fall Olivia hätte ein Versagen einen großen Vertrauensverlust in die traditionelle Medizin bedeutet.
Man sollte aber nicht den Fehler machen, dem Glauben zu verfallen, dass man sich da jetzt immer so viel antut, wie im vorliegenden Fall!


Birgit 68
17.01.2010 14:28
0 0

Es ist ein Wunder,

dass die Chemo überhaupt noch anschlagen konnte, wo Olivias Eltern doch so dagegen gewettert hatten, und Olivia aufgrund dessen panische Angst davor gehabt haben muss!
Wenn man bedenkt, dass es Leute gibt, die bei völlig grundlosen Panikattacken an Herzstillstand sterben! Aber vermutlich hatte die Medizin auch hier ihre Mittelchen dagegen.

Das Risiko, das die Ärzte dabei eingegangen sind, war schon, ganz abgesehen davon, dass man auch mit einer Chemotherapie keine Heilung versprechen kann, ziemlich groß.

Aus Geldmangel werden die meisten Chemotherapien derzeit nicht so individuell an den Krebs angepasst, wie sie es nach dem derzeitigen Stand der Technik werden könnten, und daher mehr oder weniger aufs Geratewohl gegeben.
Ich finde, Olivia hat großes Glück gehabt, dass die Ärzte im Medienrummel um sie die Chance sahen, die breite Öffentlichkeit von der Wirksamkeit einer Chemotherapie zu überzeugen, sich daher besonders eingesetzt haben, und die teuren Tests sich lohnen sahen.
Gerade im Fall Olivia hätte ein Versagen einen großen Vertrauensverlust in die traditionelle Medizin bedeutet.
Man sollte aber nicht den Fehler machen, dem Glauben zu verfallen, dass man sich da jetzt immer so viel antut, wie im vorliegenden Fall!

Gast: G
16.01.2010 21:34
0 0

Ärzte

Ärzte = Götter in weiß

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