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09. März 2009

Nadja Tiller wird 80 Jahre alt



Frankfurt - Schon seit einem halben Jahrhundert ist der Ruhm von Nadja Tiller verbunden mit dem Kinofilm «Das Mädchen Rosemarie». Die gebürtige Wienerin aus einer Schauspielerehe spielte in dem 1958 produzierten Streifen die Frankfurter Edelprostituierte Rosemarie Nitribitt, deren nie ganz aufgeklärte Ermordung einer der spektakulärsten Kriminalfälle der «Wirtschaftswunder»-Ära war. Der Film machte Tiller auch international bekannt. Am 16. März wird die einst vielbegehrte Schönheit 80 Jahre alt.

Diesen Tag wird die Schauspielerin, die in einer luxuriösen Hamburger Seniorenresidenz lebt, natürlich mit ihrem dort ebenfalls wohnenden, nicht weniger bekannten Ehemann Walter Giller sowie den gemeinsamen Kindern und Enkeln verbringen. Tiller und Giller - das ist nicht nur seit über 50 Jahren eines der berühmtesten, sondern auch glücklichsten Künstlerpaare in Deutschland. Und es kann sogar sein, dass die beiden Alten noch einmal zusammen vor der Kamera stehen können, wie Tiller jüngst in einem «Stern»-Interview verriet. Dort bezeichnete sie ihren bekanntesten Kinoauftritt als «richtigen Skandalfilm», als der er damals ja auch galt.

Von 1945 an absolvierte die in Wien geborene Tochter eines Dresdner Hofschauspielers eine solide Ausbildung in Tanz, Ballett und Schauspiel. 1949 wurde das Mädchen mit den träumerischen Augen und dem verführerischen Schmollmund zur «Miss Austria» gewählt, wobei ihr Curd Jürgens die Siegesschärpe umhängen durfte. Sie war damals am Theater in Wien verpflichtet und drehte noch im gleichen Jahr ihren ersten Film mit dem Titel «Märchen vom Glück», in dem sie passend eine Schönheitskönigin spielte.

Mehr Angst vor Hamburgs Radfahrer als vorm Tod

Schon 1952 agierte Tiller als Gegenspielerin von Hildegard Knef in dem Film «Illusion in Moll». Auch privat verstanden sich die beiden Schauspielerinnen überhaupt nicht, wie sich Tiller erinnert: «Hildegard Knef mochte mich nicht, von Anfang an. Eine wirklich unangenehme Person.»

Entscheidend für die Karriere der Wienerin war die Zusammenarbeit mit dem Regisseur Rolf Thiele, der auch «Das Mädchen Rosemarie» inszenierte. Thiele gab ihr die Rolle einer dynamischen Baronstochter in den beiden 1955 mit großem Erfolg gezeigten Filmen «Die Barrings» und «Friederike von Barring». Ab 1958 war Tiller auch in französischen, italienischen und britischen Produktionen zu sehen.

Ihre spezielle Art, eine Frau zu zeigen, die sich in der Männerwelt zu behaupten weiß, ohne ihre anziehende Weiblichkeit zu verleugnen, war gefragt und wurde auch gut honoriert. Sie hatte viele berühmte Partner an ihrer Seite, die sich gerne neben einer der erotischsten Frauen des europäischen Kinos zeigten. Von 1969 an war Tiller auch im Fernsehen präsent, unter anderem in Serienfolgen von «Der Kommissar», «Tatort» oder «Die Schwarzwaldklinik». Gemeinsam mit Ehemann Walter Giller ging die Schauspielerin auf Theatertourneen im deutschsprachigen Raum.

Ehrungen gab es viele im Leben der Künstlerin, von deutschen und österreichischen Orden bis hin zum Bambi fürs Lebenswerk, der Tiller Ende November 2006 gemeinsam mit Walter Giller verliehen wurde und die Karriere beider krönte. Auf der Leinwand war der Star der 50er und 60er Jahre zuletzt 2005 in Til Schweigers «Barfuß» zu sehen.

Im vergangenen Jahr zog sie mit Giller in die Seniorenresidenz. Dort genießen beide die Ruhe nach einem sehr aktiven und erfolgreichen Leben. Nadja Tiller sieht die Zukunft gelassen: «Vor dem Tod haben ich nur ein bisschen Angst. Viel mehr fürchte ich in Hamburg die Radfahrer.»




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