EFSA ::. EFSA bewertet das TSE-Risiko durch Milch von Kleinwiederkäuern

Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA)

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Pressemitteilung
6 November 2008

EFSA bewertet das TSE-Risiko durch Milch von Kleinwiederkäuern

In einem heute veröffentlichten Gutachten bewertet das Gremium für biologische Gefahren (BIOHAZ) der EFSA das Risiko für Mensch und Tier im Hinblick auf Transmissible Spongiforme Enzephalopathien (TSE) durch Verzehr von Milch und Milchprodukten von Schafen und Ziegen. Das Gremium gelangt zu der Auffassung, dass der Verzehr von Milch und Milchprodukten von Herden, die von klassischer Scrapie betroffen sind (aufgrund des Vorhandenseins von infizierten Tieren, die keinerlei klinische Anzeichen aufweisen) — und in geringerem Maße von Schafen und Ziegen im Allgemeinen —, eine Exposition von Tieren und Menschen gegenüber den genannten TSE-Erregern bewirken kann. Da es sich bei klassischer Scrapie um eine Tierkrankheit handelt, die sich nicht als die menschliche Gesundheit beeinträchtigend erwiesen hat, sind diese Erkenntnisse mehr für die Tiere von Bedeutung als für den Menschen.

Die Studie wurde durchgeführt, nachdem die Europäische Kommission die EFSA ersucht hatte, ein Gutachten über einen wissenschaftlichen Aufsatz von Konold u. a.[1] zu erstellen, der am 8. April 2008 in der Fachzeitschrift BMC Veterinary Research erschienen war und die Schlussfolgerung enthält, dass Scrapie über die Milch auf genetisch anfällige und beeinflussbare Lämmer übertragen werden kann. Die Kommission hatte die EFSA außerdem gebeten, gegebenenfalls die bestehende Risikobewertung zur Exposition von Menschen und Tieren in Bezug auf TSE durch Milch und Milchprodukte von Schafen und Ziegen zu erneuern.

Mit dem Gutachten wird die frühere Stellungnahme der EFSA[2] aktualisiert, der zufolge Milch von Kleinwiederkäuern wahrscheinlich kein TSE-Expositionsrisiko darstellt, sofern die Milch von klinisch gesunden Tieren stammt. „Diese neuen Erkenntnisse haben Auswirkungen auf die Tiergesundheit. In Bezug auf eine mögliche menschliche Exposition sollten wir bedenken, dass — mit Ausnahme von BSE — für TSE bei Tieren keine Auswirkungen auf die Gesundheit von Menschen festgestellt wurden”, erläuterte Professor Dan Collins, Vorsitzender des BIOHAZ-Gremiums. Die Frage, ob Menschen durch in Schafen und Ziegen auftretende TSE-Erreger beeinträchtigt werden können, war zuvor bereits eingehend von der EFSA bewertet worden[3].

Das BIOHAZ-Gremium der EFSA hat festgestellt, dass die Milch von Mutterschafen, die zwar Träger von klassischer Scrapie, aber asymptomatisch und augenscheinlich gesund sind, die betreffenden TSE-Erreger enthalten kann. Das Gremium weist darauf hin, dass sowohl die Häufigkeit des Auftretens von Scrapie als auch die Produktion von Milch von Schafen und Ziegen zwischen den Mitgliedstaaten erheblich variiert; dasselbe gilt für das potentielle Expositionsrisiko.

Das BIOHAZ-Gremium der EFSA hat auch das Expositionsrisiko gegenüber atypischer Scrapie und BSE untersucht. Jedoch befand das Gremium in Bezug auf Schafe und Ziegen, dass keine Informationen über das Vorhandensein oder Nichtvorhandensein dieser TSE-Erreger in der Milch infizierter Tiere verfügbar sind. Bislang wurde nur in einem einzelnen Fall eine natürliche BSE-Infektion bei einer Ziege festgestellt, jedoch kein einziger Fall bei Schafen.

Das Gremium empfiehlt, weitere wissenschaftliche Untersuchungen durchzuführen, um das Gefährdungspotential durch den Verzehr von Milch, insbesondere im Hinblick auf atypische Scrapie und BSE, zu bewerten und um zu untersuchen, was mit den betreffenden TSE-Erregern geschieht, wenn die Milch von befallenen Schaf- und Ziegenherden für den Verzehr in Form von Milch oder Milchprodukten verarbeitet wird.

Die französische Lebensmittelbehörde Afssa wird ein Gutachten zu den möglichen Auswirkungen des Vorliegens neuer wissenschaftlicher Daten zur Übertragung von klassischer Scrapie über die Milch auf die Gesundheit von Menschen und Tieren veröffentlichen. EFSA und Afssa haben sich gegenseitig über ihre laufenden Arbeiten und die Schlussfolgerungen der unabhängigen Risikobewertungen auf dem Laufenden gehalten.

See the full opinion on TSE risk from small ruminants’ milk

Hinweise für Herausgeber

Die Frage des Risikos für Menschen durch TSE bei Schafen und Ziegen ist bereits detailliert von der EFSA bewertet worden. Das BIOHAZ-Gremium kam im März 2007 zu der Schlussfolgerung, dass es keinen Beweis für einen epidemiologischen oder molekularen Zusammenhang zwischen klassischer und/oder atypischer Scrapie und TSE beim Menschen gibt. Der BSE-Erreger ist der einzige TSE-Erreger, der als zoonotisch festgestellt worden ist, d.h., der von infizierten Tieren auf den Menschen übertragen werden kann.

Zu weiteren Informationen siehe:


Für Medienanfragen wenden Sie sich bitte an:
Ian Palombi, Press Officer oder
Steve Pagani, Head of Press Office
Tel: + 39 0521 036 149
E-Mail: Press@efsa.europa.eu
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[1] Konold, T., Moore, S. J., Bellworthy, S. J. und Simmons, H. A. 2008. Evidence of scrapie transmission via milk. BMC Vet Res 4. 1, 14.
[2] Vorläufige Empfehlung der Arbeitsgruppe wissenschaftlicher Sachverständiger zu BSE/TSE des Wissenschaftlichen Gremiums für biologische Gefahren der EFSA zu den Gesundheitsrisiken des Verzehrs von Ziegenmilch und daraus hergestellten Produkten.
[3] Für weitere Informationen siehe unten die Hinweise für Herausgeber und die Links zu früheren Empfehlungen und Gutachten der EFSA.